Kindersuchmaschinen im Vergleich
Kurz gesagt
- fragFINN ist die wichtigste Kindersuchmaschine in Deutschland: rund 4.000 geprüfte Angebote für Kinder von 6 bis 12, kostenlos und ohne Anmeldung.
- Blinde Kuh gibt es als Suchmaschine nicht mehr. Die Förderung endete im Januar 2024, übrig sind Linktipps. Helles Köpfchen ist ein Wissensportal mit eigener Suche für 8- bis 16-Jährige und finanziert sich über Werbung.
- Eine Kindersuchmaschine allein sperrt nichts. Dein Kind kann mit einem anderen Browser weiter ins offene Netz. Dagegen hilft eine Kinderschutz-Software wie JusProg mit der fragFINN-Liste.
- Eine feste Altersgrenze für den Wechsel zu Google gibt es nicht. SCHAU HIN! nennt etwa zehn Jahre, mit SafeSearch und am Anfang gemeinsam.
Irgendwann will dein Kind selbst etwas herausfinden: Wie groß wird ein Blauwal? Was fressen Igel? Wer so etwas bei Google eintippt, bekommt Hunderttausende Treffer, Werbung und manchmal Bilder, die kein Grundschulkind sehen sollte. Kindersuchmaschinen sind dafür ein geschützter Startpunkt. Diese Seite zeigt, welche es 2026 noch gibt und wann der Wechsel zur normalen Suche passt.
Die Angebote im Überblick
| Angebot | Für wen | Wie es funktioniert | Stand 2026 |
|---|---|---|---|
| fragFINN | 6 bis 12 Jahre | Sucht nur in einer geprüften Liste von rund 4.000 Angeboten, gemeinnütziger Verein | aktiv, auch als App |
| Helles Köpfchen | 8 bis 16 Jahre | Wissensportal mit Suche in eigenen Artikeln und redaktionell geprüften Kinderseiten, werbefinanziert | aktiv |
| Blinde Kuh | Kinder | War seit 1997 die erste deutschsprachige Kindersuchmaschine | Suche eingestellt, nur noch Linktipps |
| Seitenstark | Kinder | Keine Suchmaschine, sondern ein Netzwerk aus rund 60 Kinderwebseiten | aktiv |
| Klexikon und MiniKlexikon | Kinder, MiniKlexikon für Leseanfänger | Kinderlexikon, oft „Wikipedia für Kinder“ genannt, werbefrei | aktiv |
fragFINN
fragFINN wurde 2007 im Rahmen der Initiative „Ein Netz für Kinder“ von Bund und Medienbranche gegründet und ist seit 2009 ein gemeinnütziger Verein. Das Prinzip ist eine Positivliste: Ein medienpädagogisches Team prüft Seiten nach einem Kriterienkatalog, und nur diese erscheinen in den Treffern. Laut fragFINN umfasst die Liste rund 14.000 Internetseiten, das entspricht etwa 4.000 Angeboten. Sie wird täglich gepflegt. Die Suche läuft auf eigenen Servern in Deutschland, Nutzerdaten werden laut fragFINN nicht gespeichert.
Werbung kann es auf den Seiten der Liste trotzdem geben. fragFINN will das Internet „im Kleinen“ abbilden, die Werbung muss aber Kriterien erfüllen.
fragFINN als Startseite einrichten
- Chrome: Einstellungen > Beim Start > Bestimmte Seite oder Seiten öffnen > Seiten festlegen und www.fragfinn.de eintragen.
- Firefox: Einstellungen > Start, bei der Startseite die Adresse https://www.fragfinn.de eintragen.
- Tablet und Smartphone: fragfinn.de im Browser öffnen und als Symbol auf den Startbildschirm legen, wie es Internet-ABC empfiehlt. Oder die kostenlose fragFINN-App für Android, iOS und Fire OS nutzen.
Findest du die Menüpunkte nicht, weil dein Browser anders aussieht: Bebilderte Anleitungen gibt es auf startseitefestlegen.de, etwa für Chrome, Firefox und Safari.
Wirklich nur geprüfte Seiten: fragFINN plus Schutzsoftware
Eine Kindersuchmaschine zeigt nur gute Treffer. Klickt dein Kind aber auf einen Link, der aus der Liste hinausführt, oder tippt eine Adresse direkt ein, ist es im offenen Netz. Erst eine Kinderschutz-Software prüft jede aufgerufene Seite gegen die Liste. fragFINN nennt dafür unter anderem JusProg. Das kostenlose Programm ist das einzige, das die FSM für offene Systeme als geeignetes Jugendschutzprogramm nennt. In den Altersstufen „ab 0“ und „ab 6“ zeigt JusProg vorwiegend Seiten aus der fragFINN-Liste, alles andere bleibt gesperrt, bis du es freigibst. JusProg sagt selbst, dass kein Filter absolut sicher ist.
Helles Köpfchen
Helles Köpfchen ist seit 2004 online und mehr Wissensportal als Suchmaschine: Artikel, Nachrichten, Spiele und eine betreute Community. Die Suche zeigt eigene Beiträge und Artikel anderer Kinderseiten, die die Redaktion vorher geprüft hat. Bei einer Stichprobe am 14. September 2026 lieferte die Suche nach „Wolf“ über 700 Treffer, darunter Klexikon-Artikel. Die Seite gehört einem Unternehmen und finanziert sich über Werbung, die laut Anbieter gekennzeichnet ist. Für Schulen ist eine Lizenz nötig, privat ist die Nutzung kostenlos. Wie die Community mit Chat und Forum moderiert wird, habe ich nicht geprüft. Schau sie dir an, bevor dein Kind dort mitschreibt.
Was aus der Blinden Kuh wurde
Die Blinde Kuh war 1997 die erste deutschsprachige Suchmaschine für Kinder. Das Bundesfamilienministerium förderte sie über Jahre. Diese Förderung endete am 31. Januar 2024, seitdem ist die Suche abgeschaltet. Unter blinde-kuh.de gibt es noch Linktipps und Themenseiten. Manche Ratgeber, auch ältere Seiten von SCHAU HIN!, empfehlen sie noch als Suchmaschine. Das ist überholt.
Wann ist dein Kind bereit für Google?
Eine gemeinsame Altersgrenze der Fachstellen gibt es nicht:
- SCHAU HIN! empfiehlt Kindersuchmaschinen bis etwa zehn Jahre. Danach, mit etwas Surferfahrung, kann ein Kind zu Google, Bing und Co. wechseln, mit Filtern wie SafeSearch.
- Internet-ABC nennt kein Alter und rät, den Übergang gemeinsam zu machen: Suchbegriffe überlegen, Trefferlisten und Werbung zusammen anschauen, über Datenschutz sprechen.
- klicksafe rät, jüngeren Kindern nur wenige gute Angebote zugänglich zu machen und mit dem Alter mehr Freiheit zu geben.
Für den Wechsel richtest du am besten SafeSearch ein und sperrst es, wo möglich. Internet-ABC weist darauf hin, dass geübte Kinder die Filter großer Suchmaschinen aushebeln können. Deshalb bleibt wichtig, dass dein Kind weiß: Wenn es etwas Verstörendes findet, kann es zu dir kommen.
Suchen lernen
Kinder suchen anders als Erwachsene. Laut Internet-ABC vertippen sie sich, schreiben ganze Sätze und klicken meist nur die obersten Treffer an. Diese Tipps von SCHAU HIN! und fragFINN helfen, egal welche Suchmaschine:
- Einfache, richtig geschriebene Suchbegriffe verwenden.
- Wenige Hauptwörter statt ganzer Fragen: „Igel Nahrung“ statt „Was fressen Igel im Winter?“.
- Überschrift und Textausschnitt lesen, bevor man klickt.
- Der erste Treffer ist nicht immer der beste.
Menüpfade und Angaben zuletzt geprüft am 14.09.2026. Hersteller ändern Menüs und Altersgrenzen regelmäßig. Wenn bei dir etwas anders aussieht, schreib mir bitte (Kontakt).
Quellen
- fragFINN: Suchmaschine für Kinder
- fragFINN für Eltern: Positivliste
- fragFINN: Über fragFINN e.V.
- fragFINN: Häufige Fragen
- fragFINN: App
- fragFINN: Als Startseite einrichten
- fragFINN: Kinderschutzsoftware
- Blinde Kuh: Kinderseiten, ehemals Suchmaschine für Kinder
- Internet-ABC: Kindersuchmaschine Blinde Kuh
- Helles Köpfchen: Über uns
- Seitenstark: Kinderseiten-Netzwerk
- Klexikon: Über uns
- MiniKlexikon
- SCHAU HIN!: So suchen Kinder sicher
- Internet-ABC: Suchen aus Kindersicht, sichere Startpunkte
- JusProg: Häufige Fragen
- FSM: Jugendschutzprogramme
- klicksafe: Was leisten Schutzprogramme?