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Google Family Link einrichten

Von Daniel Weihmann · aktualisiert am 14.09.2026

Kurz gesagt

  • Family Link ist Googles kostenlose Kindersicherung für Android-Handys, Android-Tablets und Chromebooks. Auf dem iPhone deines Kindes wirkt sie kaum.
  • In Deutschland braucht jedes Kind unter 16 ein Google-Konto, das die Eltern anlegen und beaufsichtigen.
  • Wichtigste Einstellungen: Tageslimit, Ruhezeit, App-Genehmigung, Chrome-Filter.
  • Seit Januar 2026 kann ein Kind unter 18 die Aufsicht nicht mehr ohne deine Zustimmung beenden.

Wenn dein Kind ein Android-Handy bekommt, ist Family Link der naheliegende erste Schritt. Die App kostet nichts, kommt von Google selbst und steuert das Konto deines Kindes: welche Apps es laden darf, wie lange das Gerät am Tag läuft und welche Websites in Chrome erreichbar sind.

Was du brauchst

  • Dein Gerät: ein Android-Handy, ein iPhone oder ein Chromebook, auf dem du die App Family Link installierst. Vieles geht auch im Browser unter families.google.com.
  • Gerät des Kindes: Android-Handy oder -Tablet (ab Android 7 für alle Zeitfunktionen) oder Chromebook.
  • Ein eigenes Google-Konto für dich. Du musst volljährig sein und im selben Land wie dein Kind leben. Hast du noch keins, erklärt Gmail-Adresse erstellen die Anmeldung Schritt für Schritt.
  • Etwa 15 Minuten Zeit und das Gerät deines Kindes daneben.

Weg 1: Neues Konto für ein Kind unter 16

Das ist der Normalfall für ein erstes Handy. Das Mindestalter für ein selbst verwaltetes Google-Konto liegt in Deutschland bei 16 Jahren, darunter legst du das Konto an.

  1. Auf deinem Gerät die App Family Link öffnen, oben links auf dein Profil tippen und Kind hinzufügen wählen.
  2. Alternativ direkt beim Einrichten des neuen Android-Geräts: bei der Anmeldung Konto erstellen und dann Für mein Kind wählen (eventuell unter „Weitere Optionen“).
  3. Name, richtiges Geburtsdatum, E-Mail-Adresse und Passwort für dein Kind festlegen.
  4. Mit deinem eigenen Google-Konto anmelden, die Einwilligung bestätigen und die ersten Einstellungen wählen.

Weg 2: Bestehendes Konto verknüpfen

Hat dein Kind schon ein Google-Konto, lässt es sich nachträglich unter Aufsicht stellen. Dein Kind muss dabei zustimmen und mit seinem Gerät neben dir sitzen.

  1. Auf dem Android-Gerät deines Kindes Einstellungen > Google > Alle Dienste öffnen.
  2. Unter Kinder und Familie auf Jugendschutzeinstellungen tippen, dann Los gehts, und das Konto auswählen.
  3. Den Anweisungen folgen und mit deinem Konto bestätigen.

Die wichtigsten Einstellungen

Seit einem Update im Februar 2025 ist die App in die Bereiche Bildschirmzeit und Einstellungen gegliedert.

WasWo in Family LinkGut zu wissen
TageslimitBildschirmzeit > Zeitlimits > Tageslimitje Wochentag, gilt pro Gerät. Anrufe und Notruf bleiben möglich
RuhezeitBildschirmzeit > Zeitpläne > Ruhezeitnur freigegebene Apps, Anrufe immer möglich
SchulmodusBildschirmzeit > Zeitpläne > SchulmodusBenachrichtigungen stumm, Pause für die Mittagszeit einstellbar
App-LimitsBildschirmzeit > Zeitlimits > App-Limitseinzelne Apps begrenzen, blockieren oder ohne Limit freigeben
Bonuszeitunter dem Gerätenamenfür den Tag, an dem es mal länger dauern darf
Google PlayEinstellungen > Google PlayAltersfreigabe für Apps und Spiele, Genehmigung für Downloads und Käufe
ChromeEinstellungen > Google Chrome und Web„Versuchen, anstößige Websites zu blockieren“ oder „Nur genehmigte Websites“. Inkognito ist gesperrt
Google SucheEinstellungen > Google SucheSafeSearch ist automatisch an, dein Kind kann es nicht abschalten
YouTubeEinstellungen > YouTubeInhaltsstufe wählen, siehe YouTube kindersicher
StandortStandort„Familienorte“ wie Schule, Nachricht bei Ankunft und Verlassen

Neu: Jugendschutz direkt in Android

Seit Juni 2026 bringt Android 17 eigene Jugendschutzeinstellungen mit, geschützt per PIN und direkt in den Geräte-Einstellungen: Tageslimit, Ruhezeit, App-Limits und Filter. Das geht auch ohne Family Link. Für Kaufgenehmigungen, Schulmodus und Standort bleibt Family Link aber der Weg. Wann Android 17 auf dein Samsung-, Xiaomi- oder Motorola-Gerät kommt, entscheidet der Hersteller.

Was mit 16 passiert

Wird dein Kind 16, bekommt ihr beide eine E-Mail von Google. Passiert nichts, bleibt alles, wie es ist. Dein Kind kann das Konto aber in ein eigenes Konto mit Aufsicht umwandeln.

Die entscheidende Änderung kam im Januar 2026: Vorher konnten Jugendliche die Aufsicht mit Erreichen des Mindestalters selbst beenden. Nach öffentlicher Kritik hat Google das geändert. Heute braucht ein Kind unter 18 deine Zustimmung, um die Aufsicht zu beenden. Du selbst kannst sie ab 16 jederzeit beenden. Beide Seiten werden benachrichtigt.

Wenn dein Kind Family Link umgeht

Unter Kindern kursieren Tricks, und einige funktionieren. Die häufigsten Wege, damit du sie erkennst:

  • Passwort abgeschaut: laut medien-kindersicher.de der häufigste Weg. Nutze ein eigenes, starkes Passwort, das dein Kind nicht kennt.
  • Zweites Nutzerprofil oder Gastmodus: Dort gilt Family Link nicht. Schalte unter Einstellungen > Angemeldete Geräte die Option „Nutzer hinzufügen/entfernen“ ab.
  • Zurücksetzen auf Werkseinstellungen: Das Gerät ist dann frei, das Konto deines Kindes bleibt aber beaufsichtigt, sobald es sich wieder anmeldet.
  • Anderer Browser oder abgemeldet: Blockiere zusätzliche Browser-Apps über die App-Limits.
  • Herstellerfunktionen wie Samsungs „Sicherer Ordner“ oder Stromsparmodi: Prüfe regelmäßig, welche Apps installiert sind.

Mehr dazu, auch zum Gespräch danach, folgt auf der Seite Wenn dein Kind Family Link umgeht.

Was Family Link nicht kann

  • Nicht mitlesen: Nachrichten, E-Mails, Anrufe und den Browserverlauf siehst du nicht.
  • Nicht alles filtern: Google sagt selbst, dass die Filter nicht perfekt sind.
  • Nicht über alle Geräte: Das Tageslimit gilt je Gerät, nicht als Gesamtbudget.
  • Nicht für Schulkonten: Konten, die die Schule verwaltet, bleiben außen vor.

Technik ersetzt keine Absprachen. Welche Zeiten ihr festlegt, besprecht ihr am besten gemeinsam, zum Beispiel mit unserem Mediennutzungsvertrag. Und gegen Abofallen über die Handyrechnung hilft die Drittanbietersperre.

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Quellen