YouTube kindersicher machen
Kurz gesagt
- Bis etwa 12: YouTube Kids, eine eigene App mit ausgewählten Inhalten in drei Altersstufen.
- Ab 9 bis 15: ein Kinderkonto mit Elternaufsicht im normalen YouTube, mit Inhaltsstufen und ohne Kommentieren.
- 16 und 17: eigenes Konto mit Einwilligung der Eltern, auf Wunsch mit Teenager-Aufsicht.
- Der eingeschränkte Modus allein reicht für Kinder nicht: Er gilt nur pro Gerät und Browser und lässt sich leicht abschalten.
YouTube ist für viele Kinder der erste Ort im Netz, lange vor WhatsApp oder TikTok. Die gute Nachricht: Kaum eine Plattform bietet so viele Einstellungen für Familien. Die schlechte: Es gibt drei verschiedene Wege, die sich ähnlich anhören und doch ganz unterschiedlich funktionieren. Welcher passt, hängt vor allem vom Alter ab.
Welcher Weg zu welchem Alter passt
| Alter | Empfehlung | Was es bringt |
|---|---|---|
| bis 4 | YouTube Kids, Stufe „Vorschulalter“, oder Inhalte selbst genehmigen | Kinderreime, Basteln, Vorlesen |
| 5 bis 8 | YouTube Kids, Stufe „Jüngere Kinder“ | mehr Themen, Suche nur bis 8 Jahre |
| 9 bis 12 | YouTube Kids „Ältere Kinder“ oder Kinderkonto „Ältere Kinder“ | Musik, Gaming, Sport. Im Kinderkonto keine Livestreams und keine Kommentare |
| 13 bis 15 | Kinderkonto mit Stufe „Jugendliche“ | Kommentare lesen, aber nicht schreiben |
| 16 und 17 | eigenes Konto, optional Teenagerkonto mit Aufsicht | keine Filter, aber Pausen- und Schlafenszeit-Erinnerungen |
Das Mindestalter für ein eigenes YouTube-Konto liegt in Deutschland bei 16 Jahren, unter 18 braucht es die Erlaubnis der Eltern. Jüngere nutzen YouTube über ein Konto, das die Eltern mit Family Link verwalten, oder YouTube Kids.
YouTube Kids einrichten
YouTube Kids ist eine eigene App. Die Inhalte werden von Filtern und Prüfteams ausgewählt, aber nicht jedes Video wird von Menschen angesehen. Es kann also etwas Unpassendes durchrutschen.
- Die App YouTube Kids installieren und mit deinem eigenen Google-Konto anmelden. Du musst als volljährig bestätigt sein.
- Einwilligung lesen, mit deinem Passwort bestätigen und ein Profil für dein Kind anlegen: Vorname oder Spitzname und Alter. Bis zu acht Kinderprofile sind möglich.
- Die Inhaltsstufe wählen. Für die Kleinsten ist Inhalte selbst genehmigen am sichersten: Dein Kind sieht nur Videos und Kanäle, die du freigibst, die Suche ist aus.
- Über das Schloss-Symbol in der Ecke kommst du später in die Einstellungen. Lege dort einen eigenen Code fest, die Rechenaufgabe lösen ältere Kinder schnell selbst.
In den Einstellungen findest du außerdem Suche deaktivieren, Autoplay deaktivieren (dein Kind kann es dann nicht wieder einschalten) und den Timer: Nach Ablauf sperrt sich die App mit dem Hinweis, dass die Zeit um ist.
Kinderkonto mit Elternaufsicht
Irgendwann ist YouTube Kids zu kindlich. Dann kommt das Kinderkonto: das normale YouTube, aber mit Filter und ohne die riskanten Funktionen. Voraussetzung ist ein Google-Konto für dein Kind, das du mit Family Link verwaltest. Seit April 2026 kannst du das Kinderkonto in Europa auch direkt in YouTube anlegen.
- In der YouTube-App auf dein Profilbild tippen, dann Einstellungen > Familiencenter. Alternativ in Family Link Einstellungen > YouTube.
- Das Konto deines Kindes wählen und unter Inhalte, die sich dein Kind ansehen kann die Stufe festlegen: Ältere Kinder (ab 9), Jugendliche (ab 13) oder Ältere Jugendliche (ab 16).
- Autoplay deaktivieren und bei Bedarf einzelne Kanäle blockieren.
Im Kinderkonto sind unter anderem gesperrt: Kommentare schreiben, Live-Chat, eigene Uploads und Livestreams, Käufe von Filmen, Kanalmitgliedschaften und Super Chat. Den Wiedergabeverlauf deines Kindes siehst du nur auf seinem Gerät.
Teenagerkonto mit Aufsicht
Für Jugendliche mit eigenem Konto gibt es eine freiwillige Verknüpfung, die ihr beide bestätigen müsst. Du filterst damit keine Inhalte, sondern bekommst Einblick: ob dein Kind eigene Kanäle hat, wie viele Videos es hochlädt, kommentiert und abonniert, und eine Benachrichtigung bei neuen Uploads oder Livestreams. Außerdem kannst du Pausen- und Schlafenszeit-Erinnerungen festlegen. Einrichten lässt es sich am Computer unter Profilbild > Einstellungen > Familiencenter.
Der eingeschränkte Modus
Der eingeschränkte Modus blendet Videos aus, die YouTube für nicht jugendfrei hält, und versteckt Kommentare. Im Browser findest du ihn unter Profilbild > Eingeschränkter Modus.
Als alleinige Kindersicherung taugt er wenig, denn er gilt nur für das eine Gerät, den einen Browser und das eine Browserprofil, und wer ihn einschalten kann, kann ihn auch ausschalten. Anders ist es, wenn du ihn über Family Link für das Konto deines Kindes festlegst: Dann kann es ihn auf keinem angemeldeten Gerät mehr ändern.
Was YouTube von sich aus tut
YouTube schätzt das Alter seiner Nutzer auch per KI ein, anhand von gesuchten Videos, angesehenen Kategorien und dem Alter des Kontos. Das gilt laut YouTube auch im Europäischen Wirtschaftsraum. Wird ein Konto als unter 18 eingestuft, gibt es keine altersbeschränkten Videos, Pausen- und Schlafenszeit-Erinnerungen sind an und die Empfehlungen werden vorsichtiger. Für alle unter 18 sind diese Erinnerungen standardmäßig eingeschaltet, die Schlafenszeit-Erinnerung von 22 bis 6 Uhr.
Verlassen würde ich mich darauf nicht. Die Einschätzung kann danebenliegen, und sie ersetzt keine bewusst gewählte Einstellung.
Was keine Einstellung ersetzt
Filter übersehen Videos, die harmlos aussehen und es nicht sind, und Kinder landen über Links aus Chats trotzdem auf Inhalten, die nicht für sie gedacht sind. Schau am Anfang ab und zu mit, frag nach, welche Kanäle dein Kind mag, und sag ihm, dass es dir jederzeit ein Video zeigen darf, das ihm komisch vorkommt, ohne dass YouTube dann gleich verboten wird.
Wie viel Zeit für Videos okay ist, klärt ihr am besten gemeinsam im Mediennutzungsvertrag. Auf dem iPhone ergänzt die Bildschirmzeit die YouTube-Einstellungen.
Menüpfade und Angaben zuletzt geprüft am 14.09.2026. Hersteller ändern Menüs und Altersgrenzen regelmäßig. Wenn bei dir etwas anders aussieht, schreib mir bitte (Kontakt).
Quellen
- YouTube Kids-Hilfe: Ein YouTube Kids-Profil erstellen
- YouTube Kids-Hilfe: Inhaltsrichtlinien für YouTube Kids
- YouTube Kids-Hilfe: Jugendschutzeinstellungen für YouTube Kids-Profile
- YouTube Kids-Hilfe: Bildschirmzeit begrenzen
- Google: YouTube- und YouTube Kids-Optionen für Ihr Kind
- YouTube-Hilfe: Was ist ein Kinderkonto mit Elternaufsicht?
- YouTube-Hilfe: Inhaltseinstellungen für Kinderkonten auswählen
- YouTube-Hilfe: Teenagerkonto mit Elternaufsicht
- YouTube-Hilfe: Eingeschränkten Modus aktivieren oder deaktivieren
- YouTube-Hilfe: Alterseinschätzung auf YouTube
- YouTube Blog: Shorts-Limits für Familien in Europa (20.04.2026)
- YouTube Blog: Teen Wellbeing in Europe (03.03.2025)
- YouTube: Nutzungsbedingungen Deutschland
- SCHAU HIN!: Mein Kind auf YouTube? Aber sicher!